Soll die BioFach Seehofer wieder ausladen?
01/02/2006
Pro und Kontra
Der Besuch von Horst Seehofer auf der morgen beginnenden BioFach ist in der Branche umstritten: Er soll wieder ausgeladen werden, weil er nicht die Interessen der Bio-Bauern vertrete, fordert Detlef Stoffel, der sich seit fast 30 Jahren für die Verbreitung von Naturkost und Naturkosmetik einsetzt. Joachim Weckmann, Inhaber und Geschäftsführer von Märkisches Landbrot, Brotbäckerei Demeter, ist da anderer Meinung: „Lasst Seehofer kommen!“, sagt er trotz herber Kritik am Minister. Wir stellen die unterschiedlichen Positionen zur Diskussion:
Offener Brief von Detlef Stoffel an die BioFach
An die Messe Nürnberg Leitung BioFach
Seehofer ausladen!
Sehr geehrte Damen und Herren,
in einer Ihrer Verlautbarungen lese ich: „Minister Seehofer wird die von Renate Künast begründete Tradition fortsetzen und die BioFach … eröffnen.“
Vermutlich sind Sie als Messeleitung auch noch stolz darauf.
Die Pflege von Traditionen hat allerdings nur dann einen Sinn, wenn nicht nur Äußerlichkeiten, sondern auch Inhalte be- und geachtet werden.
Die Inhalte, die Frau Künast bezüglich der ökologischen Wirtschaftsweise vertreten und gefördert hat, werden durch den bayerischen Schaumschläger Seehofer konterkariert. Dass er den ökologischen Landbau definitiv nicht fördern will, hat er – sicher auch zur großen Freude seiner Freunde im Bauernverband – schon mehr als einmal öffentlich verkündet.
Indem Sie es diesem Büttel der umweltschädlichen Landwirtschaft und der Gentechnik ermöglichen, sich anlässlich der Eröffnung der „Weltleitmesse BioFach“ publikumswirksam ein ökologisches Mäntelchen umzuhängen, beleidigen Sie Ihre Aussteller (also Kunden!), von denen viele ihre Erfolge trotz, aber ganz sicher nicht wegen der Seehofers dieser Welt erzielt haben.
Wenn Ihnen also außer den jährlich steigenden Aussteller-, Besucher- (und damit Umsatz)zahlen auch die Beweggründe und Inhalte dieser Menschen wichtig sein sollten, zeigen Sie doch einmal Rückgrat, laden Herrn Seehofer aus und lassen eine geeignetere, weil glaubwürdige Persönlichkeit die Messe eröffnen…
Die Öffentlichkeitswirksamkeit, um die es Ihnen verständlicherweise geht, dürfte dann ja eher größer sein…
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Stoffel 12.2.2006
Statement von Joachim Weckmann zum Besuch Seehofers
von Joachim Weckmann an Detlef Stoffel
Offenere Brief
Lasst Seehofer kommen!
Lieber Detlef,
Du hast Recht. Minister Seehofer wegen einer von Renate Künast einführten Tradition einzuladen, ist eine Unverschämtheit. Die Leitung der BioFach hat da wirklich Mist gebaut. Auch sie hat noch nicht verstanden, dass die Deutsche Landwirtschaft ein Kompetenzproblem hat, wenn das Ministerium nicht von den Grünen besetzt wird.
Aber ist die Entscheidung der Leitung nicht auch verständlich. Ihr bleibt gerade nicht mehr als Horst Seehofer. Ein Landwirtschaftsminister, der lieber Gesundheitsminister wäre und die Notsituation in der deutschen Landwirtschaft nicht versteht.
Blick doch nur einmal auf die Gentechnik-Politik von Horst Seehofer. Munter wirft er den konventionellen Bauern und den Gentechnik-Bauern in einen Topf. Preist die Agro-Gentechnik als Zukunft der deutschen Landwirtschaft an. Dabei ignoriert er, dass es keine konventionelle und ökologische Landwirtschaft in Deutschland mehr geben wird, wenn die Agro-Gentechnik kommt.
Den Applaus des Bauernverbandes missversteht Seehofer sogar als Zustimmung. Dabei ist dieser Applaus nicht mehr als der Zuspruch der Verzweifelten. Vielen konventionellen Bauern geht es heute schon so schlecht, dass sie dankbar nach jedem Strohalm greifen, der ihnen geboten wird.
Deshalb sage ich, ladet Seehofer ein! Denn wir Bio-Produzenten haben eine Alternative und wir können Ihnen lieber Herr Seehofer unsere Alternative auf der BioFach zeigen. Wenn wir sagen, wir verlagern unsere Produktion, ist das keine leere Drohung. Und mehr: Wir haben auch ein soziales Gewissen. Sollte die Agro-Gentechnik nach Deutschland kommen, lassen wir unsere Landwirte nicht alleine und liefern sie der Willkür internationaler Konzerne aus.
Aber liebe Geschäftsleitung der BioFach, verwechseln Sie bitte bei dieser Einladung nicht die Professorin mit ihrem Assistenten, weil beide zufällig an derselben Universität lehren.
Joachim Weckmann 15.2.2006
Der Besuch von Horst Seehofer auf der morgen beginnenden BioFach ist in der Branche umstritten: Er soll wieder ausgeladen werden, weil er nicht die Interessen der Bio-Bauern vertrete, fordert Detlef Stoffel, der sich seit fast 30 Jahren für die Verbreitung von Naturkost und Naturkosmetik einsetzt. Joachim Weckmann, Inhaber und Geschäftsführer von Märkisches Landbrot, Brotbäckerei Demeter, ist da anderer Meinung: „Lasst Seehofer kommen!“, sagt er trotz herber Kritik am Minister. Wir stellen die unterschiedlichen Positionen zur Diskussion:
Offener Brief von Detlef Stoffel an die BioFach
An die Messe Nürnberg Leitung BioFach
Seehofer ausladen!
Sehr geehrte Damen und Herren,
in einer Ihrer Verlautbarungen lese ich: „Minister Seehofer wird die von Renate Künast begründete Tradition fortsetzen und die BioFach … eröffnen.“
Vermutlich sind Sie als Messeleitung auch noch stolz darauf.
Die Pflege von Traditionen hat allerdings nur dann einen Sinn, wenn nicht nur Äußerlichkeiten, sondern auch Inhalte be- und geachtet werden.
Die Inhalte, die Frau Künast bezüglich der ökologischen Wirtschaftsweise vertreten und gefördert hat, werden durch den bayerischen Schaumschläger Seehofer konterkariert. Dass er den ökologischen Landbau definitiv nicht fördern will, hat er – sicher auch zur großen Freude seiner Freunde im Bauernverband – schon mehr als einmal öffentlich verkündet.
Indem Sie es diesem Büttel der umweltschädlichen Landwirtschaft und der Gentechnik ermöglichen, sich anlässlich der Eröffnung der „Weltleitmesse BioFach“ publikumswirksam ein ökologisches Mäntelchen umzuhängen, beleidigen Sie Ihre Aussteller (also Kunden!), von denen viele ihre Erfolge trotz, aber ganz sicher nicht wegen der Seehofers dieser Welt erzielt haben.
Wenn Ihnen also außer den jährlich steigenden Aussteller-, Besucher- (und damit Umsatz)zahlen auch die Beweggründe und Inhalte dieser Menschen wichtig sein sollten, zeigen Sie doch einmal Rückgrat, laden Herrn Seehofer aus und lassen eine geeignetere, weil glaubwürdige Persönlichkeit die Messe eröffnen…
Die Öffentlichkeitswirksamkeit, um die es Ihnen verständlicherweise geht, dürfte dann ja eher größer sein…
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Stoffel 12.2.2006
Statement von Joachim Weckmann zum Besuch Seehofers
von Joachim Weckmann an Detlef Stoffel
Offenere Brief
Lasst Seehofer kommen!
Lieber Detlef,
Du hast Recht. Minister Seehofer wegen einer von Renate Künast einführten Tradition einzuladen, ist eine Unverschämtheit. Die Leitung der BioFach hat da wirklich Mist gebaut. Auch sie hat noch nicht verstanden, dass die Deutsche Landwirtschaft ein Kompetenzproblem hat, wenn das Ministerium nicht von den Grünen besetzt wird.
Aber ist die Entscheidung der Leitung nicht auch verständlich. Ihr bleibt gerade nicht mehr als Horst Seehofer. Ein Landwirtschaftsminister, der lieber Gesundheitsminister wäre und die Notsituation in der deutschen Landwirtschaft nicht versteht.
Blick doch nur einmal auf die Gentechnik-Politik von Horst Seehofer. Munter wirft er den konventionellen Bauern und den Gentechnik-Bauern in einen Topf. Preist die Agro-Gentechnik als Zukunft der deutschen Landwirtschaft an. Dabei ignoriert er, dass es keine konventionelle und ökologische Landwirtschaft in Deutschland mehr geben wird, wenn die Agro-Gentechnik kommt.
Den Applaus des Bauernverbandes missversteht Seehofer sogar als Zustimmung. Dabei ist dieser Applaus nicht mehr als der Zuspruch der Verzweifelten. Vielen konventionellen Bauern geht es heute schon so schlecht, dass sie dankbar nach jedem Strohalm greifen, der ihnen geboten wird.
Deshalb sage ich, ladet Seehofer ein! Denn wir Bio-Produzenten haben eine Alternative und wir können Ihnen lieber Herr Seehofer unsere Alternative auf der BioFach zeigen. Wenn wir sagen, wir verlagern unsere Produktion, ist das keine leere Drohung. Und mehr: Wir haben auch ein soziales Gewissen. Sollte die Agro-Gentechnik nach Deutschland kommen, lassen wir unsere Landwirte nicht alleine und liefern sie der Willkür internationaler Konzerne aus.
Aber liebe Geschäftsleitung der BioFach, verwechseln Sie bitte bei dieser Einladung nicht die Professorin mit ihrem Assistenten, weil beide zufällig an derselben Universität lehren.
Joachim Weckmann 15.2.2006